Social Media & Politik

  • Einwilligung statt Widerspruch: Die Datenschützerïnnen um Max Schrems wollen Meta dazu zwingen, die Userïnnen zunächst um Erlaubnis zu fragen, bevor Metas KI-Modelle mit den Postings europäischer Nutzer trainiert werden. Aktuell verhält es sich noch andersherum: Menschen müssen bei Meta darum bitten, dass ihre Posts nicht für LLM-Trainings verwendet werden. (noyb)
  • Trumps TikTok-Strategie zielt einem Medienbericht primär darauf ab, junge, frustrierte Männer zu erreichen (Reuters). Die vermutet der Ex-Präsident anscheinend am ehesten im Umfeld der UFC — dort entstand zumindest sein erstes TikTok.
  • TikTok sorgt sich um Integrität der Wahlen in UK: Dafür haben sie ein „UK General Election Centre“ gegründet und allerlei Maßnahmen ergriffen, um Userïnnen über die anstehenden Wahlen in Großbritannien zu informieren. (TikTok)
  • Spotify sorgt sich auch: Allerdings wird aus ihrem Blogpost nicht so richtig ersichtlich, wie sie ihrer Verantwortung mit Blick auf die gut 50 Wahlen weltweit gerecht werden wollen. (Spotify)
  • China löscht Teile seines Internets: Laut The New York Times sei ein großer Teil der Web-Inhalte aus den Jahren 1995 bis 2005 nicht mehr zu erreichen. „Now they are discovering that, beneath a facade bustling with short videos, livestreaming and e-commerce, their internet — and collective online memory — is disappearing in chunks.“
  • EU-Wahlen als Lackmustest für Digital Services Act: Hält der DSA, was er verspricht? Für die Washington Post sind die EU-Wahlen der absolute Härtetest — von dem auch andere Staaten profitieren könnten, schließlich sei die EU mit ihrer Gesetzgebung an allen vorbeigesaust.
  • Studie zeigt: Deplatforming wirkt: Nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 hat Twitter (RIP!) gut 70.000 Accounts aus dem rechten Spektrum gelöscht. Einer Untersuchung zufolge habe sich darauf die Verbreitung von Falschinformationen deutlich abgeschwächt. (The Washington Post)
  • Studie zeigt nicht, dass die FDP jetzt stärkste Kraft auf TikTok ist: Bei den Kollegïnnen von t-online ist eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Popularität von Parteien bei TikTok zu finden. Demnach sei die AfD gar nicht mehr die beherrschende Partei auf der Plattform — vielmehr habe die FDP diese Position jetzt inne. Bei aller Freude darüber, dass die AfD nicht mehr „stärkste Kraft“ bei TikTok sein soll, ist doch etwas Vorsicht geboten bei der Interpretation dieser Zahlen.
    • Für die Studie wurden die Likes der jeweils ersten zehn Kandidaten auf den EU-Wahllisten sowie die Anzahl der hochgeladenen Videos gezählt. Demnach kommt die FDP (hauptsächlich mit Videos von Strack-Zimmermann) auf deutlich mehr Likes als die AfD. Auch habe die AfD bei Weitem nicht so viele Videos hochgeladen wie die anderen Parteien. Ja. Okay.
    • Dass der Spitzenkandidat der AfD, Maximilian Krah, von TikTok geshadowbanned wurde, wird erzählt. Dass die AfD aber vor allem deshalb so viele Menschen auf TikTok erreicht, weil sie ein weitverzweigtes, dezentrales Netzwerk aus Abgeordneten, Landtagsfraktionen, Lokalpolitikerïnnen, Fan-Seiten sowie rechten und rechtsradikalen Influencern auf ihrer Seite hat, findet keine Erwähnung.
    • Auch lässt sich von Likes und hochgeladenen Videos nicht auf Reichweite und Sichtbarkeit schließen.
    • Bevor also jetzt die Nachricht die Runde macht, die AfD sei gar nicht mehr die reichweitenstärkste Partei auf TikTok, bitte noch einmal kurz innehalten.
    • Und solange die anderen Parteien auch primär Videos machen, in denen sie sich mit der AfD beschäftigen, wird das auch so bleiben. Das Thema EU folgt tatsächlich erst an zweiter Stelle.
Warum die AfD auf TikTok dominiert – und was dagegen helfen könnte
TikTok, YouTube und Facebook sind fest in Hand der AfD, auf Instagram haben nur die Grünen mehr Follower. Woher kommt der Social-Media-Erfolg der Populisten und Extremisten?

Follow the money

  • Deal zwischen Spotify und Nebula: Spotify entwickelt sich immer stärker zu einer Video-Plattform. Ein neuer Deal mit der Creator-Plattform Nebula.tv zeigt, wohin die Reise geht. Variety hat die Infos, wir bislang nur eine grobe Idee.
  • Unskippable Ads: Es sieht ganz so aus, als könnte sich Instagram mit der Einführung von Anzeigen, an denen kein Weg vorbeiführt (TechCrunch), etwas verrannt haben. Das Echo ist jedenfalls vernichtend (Reddit). Zudem zeigt auch eine TikTok-Studie aus dem Winter, dass Leute weniger Engagement zeigen, wenn sie gezwungen werden, Werbung zu schauen. Auch kommt eine Umfrage von YouGov zu dem Ergebnis, dass ein Großteil eher einen negativen Blick auf eine Marke entwickelt, wenn ihnen nervige Werbung begegnet (AdAge).

Social Media & Journalismus

  • Shane Smith ist wieder bei Vice: Also zumindest bei dem Teil von Vice, der noch übrig ist. Hach, was waren das noch für Zeiten, als ich davon geträumt habe, für den Spiegel ein Hybrid aus Vox und Vice aufzubauen. Mit galaktischen Reichweiten und viel, viel „original content“ auf Social. Es kam dann aber alles ganz anders. In vielerlei Hinsicht. Nun ist Vice-Gründer Smith also wieder bei seiner alten Publikation. Stellt sich nur die Frage: warum? (The Wall Street Journal (€))
  • Gizmodo geht nach Frankreich: Und weil wir gerade beim Thema „Digitale Medienunternehmen, die einst große Erfolge auf Social Media feierten und jetzt nicht mehr wiederzuerkennen sind“ sind, hier noch schnell die Nachricht, dass das Firmenkonglomerat G/O sich von der Tech-Seite Gizmodo getrennt hat. Künftig gehört Gizmodo zu Keleops Media. Aber Gizmodo ist nicht die einzige Website, die einst für Furore sorgte, und inzwischen gefühlt jährlich weitergereicht wird. Denken wir nur an The Onion, Jezebel, Deadspin, Lifehacker… (Variety)

Next (AR, VR, KI, Metaverse)

  • OpenAI-Mitarbeiterïnnen verfassen offenen Brief, um vor den Gefahren von KI warnen zu dürfen. Bislang sei dies durch Geheimhaltungsvereinbarungen praktisch nicht möglich. Dabei sei es doch so wichtig: righttowarn.ai.
  • The Atlantic: CEO rechtfertigt Partnerschaft mit OpenAI: Sollen Medienunternehmen mit KI-Firmen gemeinsame Sachen machen? Nicholas Thompson, CEO von The Atlantic, findet, dass das seine Berechtigung habe. Zwar sei es wichtig, dass keine zu großen Abhängigkeiten entstünden. Nicht bei den neuen „Betriebssystemen der Welt“ vertreten zu sein, sei allerdings auch keine gute Idee für Medienunternehmen, erklärt er in einem Video auf seiner LinkedIn-Seite. Zuvor hatte es ordentlich Kritik gehagelt an der neuen Partnerschaft zwischen dem Traditionsunternehmen und OpenAI (The Atlantic) — sowohl von der Gewerkschaft (nyguild) als auch vom hauseigenen Tech-Reporter (The Atlantic).

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