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8 Min. Lesezeit Studien

Alles unterm Deckel. Außer KI.

Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt: Die Medienzeit der Deutschen stagniert bei 385 Minuten. Warum das Internet in einen brutalen Verdrängungswettbewerb gerät und KI als einziger Bereich wächst.

Moin am Dienstag!

Heute ist die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 erschienen. Falls du keine Zeit hast, die gesamte Studie zu lesen, kommt hier dein Shortcut.

Falls du tiefer einsteigen möchtest (was ich dir empfehlen würde), findest du in dieser Ausgabe die wesentlichen Erkenntnisse und alle Links, um selbst weiterzugraben.

Happy digging, Martin


💡
tl;dr: Kernaussage: Die gemessene tägliche Mediennutzung stagniert seit drei Jahren bei rund 385 Minuten. Einzig KI-Tools verzeichnen ein starkes Wachstum: von 22 % auf 37 % wöchentliche Nutzung. Konsequenz: Unter diesem festen "Aufmerksamkeitsdeckel“ herrscht ein reiner Verdrängungswettbewerb – Reichweitengewinne eines Mediums gehen zwingend zulasten anderer Angebote. Handlungsempfehlung: Verlage und Creator müssen auf Gewohnheitsbildung (Habit-Building) statt reiner Reichweite optimieren. 16 % der monatlichen KI-Nutzer:innen (und 25 % der 14- bis 29-Jährigen) konsumieren durch ChatGPT & Co. bereits seltener klassische Nachrichten.

Was ist

Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 ist erschienen. Hier die wichtigsten Links:

Befragt wurden 2.462 deutschsprachige Menschen ab 14 Jahren zwischen dem 27. Januar und dem 19. April 2026, telefonisch und online, im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission. Die wichtigsten Zahlen:

Warum das wichtig ist

Vor einem Jahr las sich die Studie bei den Reichweiten noch wie eine Wachstumsgeschichte: Mediatheken, Podcasts, Online-Texte, Newsletter, alles im Plus. 2026 ist davon einiges wieder weg.

Aufschlussreicher als jede Einzelzahl ist aber imho ohnehin das Gesamtbudget. 384, 387, 385 Minuten: Seit drei Jahren bewegt sich die gemessene Mediennutzung in einem Korridor von drei Minuten.

Auch wenn man Video, Audio und Text einfach addiert, also Parallelnutzung mitzählt, bleibt es bei 406 bis 408 Minuten.

Media Perspektiven sah schon 2025 Anzeichen für eine Obergrenze. Drei Messpunkte sind keine lange Reihe, und für echte Datenwissenschaftler:innen verbietet sich eine Überinterpretation. Aber nach Wachstum sieht das für mich definitiv nicht aus.

Auch die Studienautor:innen sehen das so. André Rhody spricht in seinem Aufsatz zu den Plattformen von einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb, weil Zeit und Geld der Nutzer:innen letztlich endlich sind.

Und weil andere Autor:innen immer so schöne Namen für Beobachtungen entwickeln, erfinde ich jetzt einfach auch mal ein Konzept. Ich nenne es den Aufmerksamkeitsdeckel: Jede Minute, die ein Angebot gewinnt, verliert ein anderes. Egal ob Sender oder Ein-Personen-Newsletter.

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