Moin am Dienstag!
Heute ist die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 erschienen. Falls du keine Zeit hast, die gesamte Studie zu lesen, kommt hier dein Shortcut.
Falls du tiefer einsteigen möchtest (was ich dir empfehlen würde), findest du in dieser Ausgabe die wesentlichen Erkenntnisse und alle Links, um selbst weiterzugraben.
Happy digging, Martin
Was ist
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 ist erschienen. Hier die wichtigsten Links:
- Website: ard-zdf-medienstudie.de
- Basispräsentation: PDF
- Methodik: PDF
- Daten selbst auswerten: MedienSwift
- Alle Aufsätze zur Studie: media-perspektiven.de, darunter:
- KI-Tools (MP 25/2026)
- Plattformen (MP 24/2026)
- Linear vs. non-linear (MP 23/2026)
Befragt wurden 2.462 deutschsprachige Menschen ab 14 Jahren zwischen dem 27. Januar und dem 19. April 2026, telefonisch und online, im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission. Die wichtigsten Zahlen:
- Mediennutzung gesamt: 385 Minuten pro Tag (2025: 387, 2024: 384). Das ist ein Nettowert, Parallelnutzung ist herausgerechnet. Deshalb ergeben Video (199), Audio (151) und Text (56) zusammen mehr.
- KI-Tools, mindestens wöchentlich: 37 % (2025: 22 %). Nach Alter: 68 % bei 14–29, 48 % bei 30–49, 24 % bei 50–69, 8 % ab 70.
- Suche, mindestens wöchentlich: Suchmaschinen 84 % (2025: 82 %), Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia 39 % (2025: 35 %).
- Streaming, Gesamtreichweite: ARD-Mediathek 56 % (−5 Punkte), ZDF 51 % (−10), Prime Video und Netflix je 51 %.
- Streaming, mindestens wöchentlich: Netflix 35 %, Prime Video 25 %, ARD 23 %, ZDF 20 %. YouTube kommt auf 47 %.
- 14- bis 29-Jährige: 48 % ihrer Sehdauer entfallen auf Social Video, YouTube und Co., 14 % auf Live-TV und Aufzeichnungen.
- Social Media, mindestens wöchentlich: Instagram 40 %, Facebook 28 %, TikTok 18 %, LinkedIn 8 %, X 6 %, Threads 3 %, Bluesky und Mastodon je 2 %.
- Newsletter lesen, mindestens wöchentlich: 35 % (2025: 40 %).
- Podcasts, mindestens wöchentlich: 25 % (inklusive Radiosendungen auf Abruf: 34 %), jeweils unverändert.
Warum das wichtig ist
Vor einem Jahr las sich die Studie bei den Reichweiten noch wie eine Wachstumsgeschichte: Mediatheken, Podcasts, Online-Texte, Newsletter, alles im Plus. 2026 ist davon einiges wieder weg.
Aufschlussreicher als jede Einzelzahl ist aber imho ohnehin das Gesamtbudget. 384, 387, 385 Minuten: Seit drei Jahren bewegt sich die gemessene Mediennutzung in einem Korridor von drei Minuten.
Auch wenn man Video, Audio und Text einfach addiert, also Parallelnutzung mitzählt, bleibt es bei 406 bis 408 Minuten.
Media Perspektiven sah schon 2025 Anzeichen für eine Obergrenze. Drei Messpunkte sind keine lange Reihe, und für echte Datenwissenschaftler:innen verbietet sich eine Überinterpretation. Aber nach Wachstum sieht das für mich definitiv nicht aus.
Auch die Studienautor:innen sehen das so. André Rhody spricht in seinem Aufsatz zu den Plattformen von einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb, weil Zeit und Geld der Nutzer:innen letztlich endlich sind.
Und weil andere Autor:innen immer so schöne Namen für Beobachtungen entwickeln, erfinde ich jetzt einfach auch mal ein Konzept. Ich nenne es den Aufmerksamkeitsdeckel: Jede Minute, die ein Angebot gewinnt, verliert ein anderes. Egal ob Sender oder Ein-Personen-Newsletter.