Guten Tag.
Es ist Donnerstagmorgen und das Internet hat einen Termin. Im heutigen Briefing geht es in erster Linie um den Digital News Report. Ganz nebenbei schaffe ich es aber auch noch, W Social kritisch zu beäugen. Weil: Wer will das? Machst du da mit? Ich bin wirklich skeptisch, dass es W Social jenseits von europäischen Fördergeldern in zwei Jahren noch geben wird. Aber ich bin sowieso gerade in Wettlaune. Weltmeister? England. Die meisten Tore? Kane. Deutschland? Viertelfinale. Aber zufrieden. Und das ist doch auch schon sehr viel wert.
Ich freue mich jederzeit über Feedback, Hinweise, Memes und Tipps. Gern per Reply oder via Signal: martone.01. Ich lese alles, reagiere aber nicht zwischen 18:00 und 00:00 Uhr ⚽
💡 Deep Dive
8 Beobachtungen aus dem Reuters Digital News Report 2026
Was ist
Das Reuters-Institut der Universität Oxford hat den Digital News Report 2026 (kurz: DNR) veröffentlicht. Die deutsche Teilstudie verantwortet das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut in Hamburg, unterstützt von ARD, ZDF und den Landesmedienanstalten.
Befragt wurden rund 2.000 Menschen in Deutschland im Januar 2026, insgesamt fast 100.000 in 48 Ländern auf sechs Kontinenten.
Neben der ARD/ZDF-Medienstudie gehört der DNR zu den methodisch verlässlichsten Untersuchungen zum Mediennutzungsverhalten – und zu den wenigen, die einen internationalen Vergleich ermöglichen.
Ich empfehle allen Medienmacher:innen, den Report selbst zu lesen. Hier acht Beobachtungen, die mir wichtig erscheinen:
1. Vertrauen: Deutschland stabiler als der globale Trend
Global ist das Vertrauen in Nachrichten auf ein historisches Tief gefallen: Nur noch 37 Prozent sagen weltweit, sie vertrauten dem Großteil der Nachrichten – ein Rückgang in 29 von 48 Ländern. In den USA liegt der Wert bei 25 Prozent, mit einem weiteren Rückgang von fünf Prozentpunkten gegenüber 2025.
In Deutschland sieht es etwas besser aus: 46 Prozent vertrauen Nachrichten im Allgemeinen, der Wert ist gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. Damit gehört Deutschland zu den wenigen Märkten ohne signifikanten Vertrauensverlust.
Was das bedeutet: Deutschland ist (noch) kein Krisenfall. Die gesellschaftliche Polarisierung, die in den USA, Polen oder den Philippinen das Vertrauen massiv erodiert hat, hat hier keine vergleichbare Wirkung entfaltet. Warum das so ist, lässt der Bericht offen. Ob hier eher Zurückhaltung zu beobachten ist oder eine strukturell stabile Eigenschaft des deutschen Mediensystems, wird später noch eine Rolle spielen.
2. TV-Nachrichten: Deutschland einer von drei Ausreißern weltweit
Das ist in my humble opion der auffälligste Befund des globalen Berichts: In 45 von 48 Märkten schauen mehr Menschen Online-Nachrichtenvideos als lineares Fernsehen. Die drei Ausnahmen, wo TV noch gleichauf liegt oder leicht vorne: die Niederlande, Dänemark und Deutschland. Grüße gehen raus an die Kolleg:innen von ARD und ZDF 👋
59 Prozent der Deutschen (mein Vater inklusive) sehen noch mindestens einmal pro Woche lineare TV-Nachrichten. Global ist dieser Anteil seit 2020 um 13 Prozentpunkte gesunken.
Was das bedeutet: ARD und ZDF, und damit vor allem Tagesschau und ZDF heute / heute journal als Marken, verzögern einen Strukturwandel, der anderswo längst vollzogen ist. Das schützt etablierte Formate zwar kurzfristig. Ob es sie langfristig allerdings anfälliger macht, hängt davon ab, was nach den heutigen 18- bis 24-Jährigen kommt – und ob die öffentlich-rechtlichen Angebote sie dann noch erreichen. Schauen Leute wirklich irgendwann lineares Fernsehen, wenn sie mit TikTok und Instagram sozialisiert wurden?
3. KI-Chatbots für Nachrichten: Deutschland am unteren Ende
Weltweit nutzen zehn Prozent der Menschen KI-Chatbots wöchentlich für Nachrichten (2025 waren es 7 Prozent). In einigen Märkten hat sich die Nutzung verdoppelt. Die höchsten Werte erreichen Südkorea (14 %), Brasilien (13 %) sowie Griechenland und Indonesien (jeweils 12 %).
Deutschland liegt bei fünf Prozent, ohne nennenswerten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Der globale Bericht nennt USA, UK, Frankreich und Deutschland explizit als Märkte ohne Steigerung. Die Korrelation, die der Bericht zeigt: KI-Nachrichtennutzung ist dort höher, wo Plattform- und Aggregator-Nutzung bereits stark verankert ist. Deutschland ist nach wie vor ein Land mit vergleichsweise hohem Direktzugriff auf Nachrichtenmarken.
Was das bedeutet: Für mich lässt sich das als Zeichen von Quellenbewusstsein lesen – oder als strukturelle Zögerlichkeit. Vermutlich ist es irgendwie beides. Was sich definitiv sagen lässt: Wer KI einsetzt, um sich über Nachrichten zu informieren, nutzt KI vor allem zum Fragen stellen und Zusammenfassen, nicht zum Schlagzeilenlesen. KI als Nachrichtenkanal bleibt auch global ein Randphänomen. Ein durchaus schönes Korrektiv zu den Hype-Narrativen der vergangenen Monate, wie ich finde. Allerdings entschärft es nicht die Tatsache, dass Google „das Internet“ (und damit auch die Nachrichtennutzung) gerade massiv umbaut:

4. Soziale Medien als Nachrichtenquelle: Deutschland holt auf – mit einem methodischen Vorbehalt
Global sind soziale Medien und Videoplattformen erstmals zur meistgenutzten Nachrichtenquelle geworden (54 Prozent aller Befragten). Das ist ein historischer Moment: Social toppt damit sowohl TV als auch Nachrichten-Websites.
Deutschland liegt hier nur bei 36 Prozent. Gegenüber 2025 (33 Prozent) konnte hier ein leichter Anstieg verzeichnet werden. Zudem weist der Bericht auf Zuwächse von bis zu zehn Prozent bei Unter-45-Jährigen hin. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind soziale Medien mit 60 Prozent auch hierzulande die meistgenutzte Nachrichtenquelle.
Allerdings ist bei den Zahlen Vorsicht geboten: Das Hans-Bredow-Institut weist in seinen methodischen Erläuterungen darauf hin, dass die Social-Media-Nutzungsdaten wegen eines technischen Fehlers auf einer kleineren Stichprobe von 1.044 Befragten basieren, die nicht vollständig mit der Hauptstichprobe übereinstimmt. Das HBI schreibt dazu:
Zu beachten ist jedoch, dass es sich um eine neu gezogene Stichprobe handelt, die nicht mit den Befragten, welchen die anderen Fragen des Reuters Institute Digital News Survey gestellt wurden, übereinstimmt. Die Beantwortung der Fragen zur Social-Media-Nutzung erfolgte dementsprechend auch ohne den Kontext des weiteren abgefragten Nachrichtennutzungsverhaltens. Auch wenn die Daten nicht unplausibel erscheinen, ist bei der Interpretation dieser Aspekte etwas Vorsicht geboten.
Schade eigentlich. Denn die Sprünge bei Unter-45-Jährigen sind der dramatischste Einzelbefund des diesjährigen Berichts — und gleichzeitig der methodisch am wenigsten belastbare. Das bedeutet nicht, dass der Trend falsch ist. Aber bitte diese Zahlen eher als Kompass verstehen. Falls hier jemand aus der täglichen Praxis heraus Beobachtungen mit mir teilen möchte, sehr gern!
Was das bedeutet: WhatsApp, YouTube und Facebook sind die relevantesten Nachrichtenkanäle. Bei den 18- bis 24-Jährigen sticht Instagram besonders heraus: 85 Prozent nutzen die Plattform generell, 52 Prozent auch für Nachrichten. Für 17 Prozent dieser Altersgruppe sind soziale Medien die einzige Nachrichtenquelle.
Aber: Die meisten Leute nutzen nicht gezielt soziale Medien, um sich zu informieren. Sie sind dort, und Nachrichten begegnen ihnen. Es handelt sich also eher um Beifang.
5. Zahlbereitschaft: Ein auffälliger Anstieg bei einer Altersgruppe
Global zahlen 17 Prozent für Online-Nachrichten, Tendenz stagnierend. Norwegen (40 Prozent) und Schweden (32 Prozent) sind die bekannten Ausreißer. Deutschland liegt bei 11 Prozent.
Was auffällt: Bei den 25- bis 34-Jährigen ist die Zahlbereitschaft in Deutschland von 15 auf 22 Prozent gestiegen – der stärkste Anstieg über alle deutschen Altersgruppen. Bei den 18- bis 24-Jährigen und 35- bis 44-Jährigen ist sie leicht zurückgegangen. 58 Prozent der zahlenden Nutzeri:nnen zahlen vor allem für klassische Nachrichtenmedien. Einzeljournalist:innen oder Creator spielen hierzulande kaum eine Rolle – in den USA bezahlen 21 Prozent der zahlenden Nutzer:innen Einzelpersonen direkt.
Was das bedeutet: Der Anstieg bei den 25- bis 34-Jährigen ist der interessanteste Befund in diesem Block. Er deutet darauf hin, dass Zahlungsbereitschaft für Journalismus nicht zwangsläufig mit dem Alter steigt, sondern, so meine Vermutung, vor allem mit einem Bedürfnis nach Fachinformationen.
6. News-Creators: In Deutschland schwach
Weltweit haben 27 Prozent der Befragten in der vergangenen Woche Inhalte von Newsfluencer:innen genutzt. Deutschland liegt hier bei 13 Prozent, einer der niedrigsten Werte im globalen Vergleich. Der Bericht zeigt, dass Newscreator:innen am schwächsten in Ländern nachgefragt werden, in denen ein starker Direktzugang zu Nachrichtenmarken und hohes Vertrauen in klassische Medien zu verzeichnen sind – Finnland, Dänemark, Japan und Deutschland liegen alle am unteren Ende.
Nur zehn Prozent derjenigen, die hierzulande Inhalte von Newsfluencer:innen konsumieren, sagen, dass damit alle ihre Informationsbedürfnisse abgedeckt seien.
Was das bedeutet: Creator:innen ersetzen klassische Medien in Deutschland nicht. Sie ergänzen sie. Und sie werden vor allem als unterhaltsamer oder verständlicher wahrgenommen, nicht als vertrauenswürdiger. Nur elf Prozent halten Newsfluencer:innen für glaubwürdiger als traditionelle Medien.
7. Nachrichtenvermeidung: Hoch, aber anders als es klingt
Aktive Nachrichtenvermeidung liegt weltweit bei 42 Prozent – gegenüber 29 Prozent, als der Report diesen Wert 2017 erstmals erhob. In manchen Ländern (Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Türkei) liegt der Wert bei über 60 Prozent.
In Deutschland geben 72 Prozent an, Nachrichten zumindest gelegentlich aktiv zu vermeiden. Dieser Wert klingt erschreckend, ist aber der Frageformulierung geschuldet. Das Stichwort lautet gelegentlich. Der Anteil derer, die Nachrichten oft vermeiden, liegt nur bei 15 Prozent. Der Langzeittrend zeigt einen Anstieg, allerdings ohne dramatischen Sprung.
Was das bedeutet: Deutschland liegt bei der gelegentlichen Vermeidung über dem globalen Durchschnitt, obwohl das Vertrauen vergleichsweise stabil ist. Das deutet für mich nicht auf grundsätzliche Systemkritik hin. Menschen meiden Nachrichten, weil es ihnen zu viel wird, nicht weil sie dem Journalismus grundsätzlich misstrauen. Erschöpfung ist real.
8. Öffentlich-Rechtliche: Meinungen Gespalten – aber nicht wie in den USA
Weltweit sagen 37 Prozent der Menschen, öffentlich-rechtliche Nachrichten hätten einen positiven Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. 22 Prozent sehen ihn negativ. In stark polarisierten Märkten wie Frankreich oder der Slowakei überwiegt das negative Bild.
Deutschlands Urteil fällt positiv aus (+10 Punkte), liegt aber deutlich unter nordischen Ländern wie Norwegen (+48).
Bemerkenswert: Bei den 18- bis 24-Jährigen in Deutschland fällt das Urteil über ARD und ZDF positiver aus als im Bevölkerungsdurchschnitt. Das ist eine unerwartete Umkehrung des üblichen Musters.
Was das bedeutet: Die junge Generation ist nicht grundsätzlich abgewandt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk – sie ist es vor allem bei der Nutzung linearer Angebote.
Be smart
Der DNR 2026 enthält für Deutschland keine echten Überraschungen. Das ist selbst eine Botschaft.
In der Vergangenheit haben wir die Zahlen für Deutschland oft so interpretiert, dass Deutschland dieselben Entwicklungen wie die USA durchläuft, nur mit zeitlichem Abstand. Ich bin aber skeptisch, ob das wirklich noch so stimmt.
Ein Mediensystem mit gesetzlich verankertem öffentlich-rechtlichem Rundfunk, vergleichsweise hohem Direktzugriff auf Nachrichtenmarken und stabilen Vertrauenswerten ist strukturell etwas anderes als der US-Markt. Vielleicht geht Deutschland hier einen ganz eigenen Weg und nicht den amerikanischen mit Verspätung.
Drei Fragen sind für mich in den kommenden Monaten (und Jahren) zentral:
- Erleben wir eine weitere Polarisierung durch Kräfte, die Institutionen wanken sehen möchten? Looking at you, AfD!
- Gelingt der Transfer von Social Media zu Online-Angeboten über alle Altersgruppen hinweg und erkennt die Politik, dass Einschaltquoten für die Legitimation eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks nur bedingt zukunftstauglich sind?
- Inwieweit wird KI wirklich von der breiten Masse für News adaptiert und welche Marken bleiben dann am Ende noch übrig?
Go deeper:
- Reuters hat eine Executive Summary veröffentlicht.
- Hier geht es zur PDF-Version des englischsprachigen Reports.
- Hier findest du die PDF-Version des deutschen Reports
- Zum Video-Podcast des Reuters Institute: YouTube
- Und hier noch ein paar smarte Grafiken
Beweg was! Als Content Creator*in Social Media bei urgewald
Fossile Finanzströme stoppen – und das mit richtig gutem Content? Bei urgewald machst du genau das. Wir suchen ab Juli/August 2026 eine technisch versierte, trendaffine Person für unseren Social-Media-Content mit Fokus auf Video. Standort: Berlin, Köln oder Sassenberg (Münsterland). Bei uns kannst du komplexe Themen in starke Storys verwandeln – und dafür sorgen, dass deine Arbeit etwas bewegt, als Teil eines engagierten und wertschätzenden Teams. Du solltest Gespür für die Plattformen und Erfahrung in Bildgestaltung, Videoproduktion und zielgruppengerechtem Texten mitbringen.
🗞️ News
W Social ist da.
W Social ist da (heise). Wer mag, kann sich nun bei einem privaten profitorientierten Unternehmen mittels Personalausweis registrieren, um dann in der Folge eine App zu nutzen, dessen Inhalte auch via Bluesky, Blacksky und Eurosky verfügbar sind, weil dessen Code zwar auf dem AT Protocol basiert, in diesem speziellen Fall aber im Gegensatz zu den anderen genannten nicht quell-offen ist. Hä?! Ich weiß wirklich nicht, wen dieses Angebot ansprechen soll. Außer Akteure, die ganz grundsätzlich offen sind für ein Internet, das sich kaum noch anonym nutzen lässt (Netzpolitik).
Wer sich für die Möglichkeiten dezentraler Plattformen interessiert, hat für mein Dafürhalten mit Mastodon und Eurosky wirklich gute Optionen made in Europe (SMWB). Ja, die Finanzierung ist jeweils ein Thema. Aber dass W Social es wirklich schafft, genug Geld zu verdienen, um den Service langfristig am Laufen zu halten, sehe ich eher nicht. Das neue Twitter wird es schon mal überhaupt nicht. Twitter hat davon gelebt, dass die westliche Welt dort in Echtzeit miteinander kommunizieren konnte. Diesen Schwung wird W Social nicht entfachen können. Ich habe heute morgen in meinem Feedreader nicht einen Artikel zu W Social aus dem englischsprachigen Raum gefunden. Das spricht für sich.
Übrigens: Dass sich Thomas Fuchs, Datenschutzbeauftragter aus Hamburg, im heute-Interview hinsetzt und quasi die PR von W Social übernimmt (Server in Europa! Keine Profilbildung! Weniger Targeting! Bessere Möglichkeiten, den Algorithmus zu steuern!), ist wirklich bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie wenig über das Unternehmen tatsächlich bekannt ist (Elena Rossini).
Das Community- / Growth-Team von W Social darf zudem auch gern noch etwas diverser werden. Aber das wird bestimmt. (Bluesky / Martin Fehrensen)
In other news
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer kennt anscheinend zu viele unglückliche Kinder und möchte daher in UK ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige einführen (Tagesschau). Welche Plattformen konkret betroffen sein sollen, steht noch nicht fest. Es deutet aber vieles darauf hin, dass Messenger wie WhatsApp und Signal vom Verbot ausgenommen sein sollen. Ob Starmer bewusst ist, dass Snapchat auch vor allem als Messenger genutzt wird? Mmh, egal. Das ist alles noch das kleinste Problem. Der Deutsche Ethikrat erklärt, warum ein Verbot nicht der richtige Weg ist (Netzpolitik).
Apropos falscher Weg: Natürlich hatte auch ich mich darüber lustig gemacht, dass Anthropics neuestes KI-Modell erst zu gefährlich für die Welt war, um dann nur wenige Wochen später doch der Allgemeinheit präsentiert zu werden. Die US-Regierung hat jedoch bekanntlich deutlich weniger Humor und verfügte am Freitag vergangener Woche, dass Mythos 5 und Fable 5 abgeschaltet werden müssen. Die genauen Gründe wurden nicht genannt. Nationale Sicherheit und so. (The Verge)
Für Europa sollte der Vorgang rund um Fable und Mythos jedoch eine Warnung sein, schreibt das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie:
Denn das kann jede Art von Software und digitaler Infrastruktur betreffen, die wir aus den USA einsetzen. Dafür genügt es, wenn sich die US-Regierung künftig erneut diffus und ohne nachvollziehbare Begründung auf die „nationale Sicherheit“ stützt, um einzelne Produkte zu blocken. Die Vorgänge zeigen: Das Problem der Willkür ist größer als der Fall Anthropic.
ChatGPT fällt laut neuen Zahlen von Sensor Tower zum ersten Mal unter 50 Prozent Marktanteil. Der Consumer-Platzhirsch kommt nur noch auf 46,4 Prozent. Vor allem Gemini (27,7%) und Claude (10,3%) konnten neue User:innen hinzugewinnen. Grok, Perplexity, DeepSeek und Meta AI haben alle jeweils weniger als 5 Prozent vom Kuchen. (TechCrunch)
Speaking of losses: The Information zufolge hat OpenAI im ersten Quartal 2026 rund 3,2 Milliarden Euro Verlust gemacht.
Snap hat seine AR-Brille Specs vorgestellt. Für schlappe 2195 Dollar können sich Besserverdiener:innen nun einen Computer auf die Nase setzen, mit dem sie Spiele spielen, Videos gucken und aufzeichnen, Fotos knipsen, Infos einholen und navigieren können. Für Snap-CEO Evan Spiegel sei es gut 20 Jahre nach dem Launch des iPhone an der Zeit, dass Leute anders über Computertechnik nachdenken. Schließlich, so Spiegel, würden Konsument:innen derzeit ihre Beziehung zu Screens hinterfragen (CNBC). Da ist sicherlich was dran. Nur lautet die Lösung dann, den Leuten einen permanenten Screen vor die Augen zu setzen? Auch wenn ich das theoretisch verstehe und auch sehe, dass wir uns eines Tages vom Smartphone wieder trennen werden, zuckt hier direkt mein Meme-Reflex: mmm weiß ich nicht digga.
Google und Warby Parker planen übrigens ebenfalls den Launch von Smart Glasses im Herbst (Warby Parker). Wie teuer die Brillen werden, ist noch nicht bekannt. Metas Brillen starten bei 419 Euro in der einfachsten Variante (Meta). Apple lässt noch auf sich warten (heise online).
Ob und wie Gesichtserkennung bei Metas Brillen eingeführt werden soll, bleibt weiter heiß. WIRED zufolge sei der Tech-Gigant bereits in Gesprächen mit entsprechenden Partnerfirmen. Meta erklärte daraufhin einmal mehr, dass man nichts in dieser Richtung plane. Schwöre! (WIRED)
SpaceX geht kurz nach dem Börsengang direkt auf Einkaufstour. Das erste „Opfer“ heißt Cursor. (The Verge)
Das Landgericht München hat entschieden, dass Google für seine selbst erstellten KI-Zusammenfassungen haftet. Während das Unternehmen nicht dafür verantwortlich sei, was auf den Websites passiert, zu denen sie per Suche verlinken, sei die KI-Zusammenfassung jedoch als Eigenleistung zu werten. (Deutschlandfunk)
Meta meldet über 500 Millionen monatlich aktive Threads-Nutzer:innen und spendiert zur Feier des Tages ein paar neue Features. Zum einen gibt es einige neue Community-Features. Zum anderen wird aus „Dear Algo“ nun „Your Algo“. Die Neuerung bietet User:innen die Option, präziser (und nicht-öffentlich) zu formulieren, was sie sehen wollen: Zeig mir mehr witzige Posts von der WM und weniger anstrengende Nachrichten aus aller Welt. Danke. (Meta)
Dass Nutzer:innen ermöglicht wird, „dem“ Algorithmus zu sagen, was sie sehen wollen, ist jetzt voll im Trend. (TechCrunch)
Facebook hat eine neue Suchfunktion namens „AI Mode“. Künftig können User:innen mittels Chatbot Fragen stellen, Antworten werden dann aus allen möglichen Ecken des Facebookschen Webs gezogen: aus Gruppen, Reels und Posts. (Meta)
Der „AI Mode“ scheint eine Art Spin-of von „Forum“ zu sein: einer neuen App von Meta, die an Reddit erinnert. (TechCrunch)
Substack hat ein Sponsorship-Programm gelauncht (Substack) und dafür einen Head of Brand Partnerships installiert (Axios). Falls jemand mit mir und dem Social Media Watchblog ein Sponsoring-Programm aufsetzen will, let me know!
LinkedIn kann jetzt native GIFs in Kommentaren (LinkedIn). Bitte nicht direkt eskalieren :)
Mastodon bietet nun Collections – eine Art List-Feature, um mehrere Accounts zu einem Thema zu bündeln. Zudem kriegen Nutzer:innen nun die Möglichkeit, ihr Profil stärker zu personalisieren, sowie Posts auch per E-Mail zu abonnieren. Nice! (Mastodon)
📌 Bookmarks
- Your Search Results Are Getting Sloptimized (The Atlantic)
🍿 Nicht mein Job
Wir haben eine Eigenbedarfskündigung erhalten und müssen spätestens zum neuen Jahr eine neue Wohnung finden. Falls also jemand zufälligerweise in Göttingen Immobilien besitzt, bitte melden. Der Markt ist aktuell nicht so…
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