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11 Min. Lesezeit Podcast

Wie digitale Gewalt Frauen aus der Öffentlichkeit verdrängt

Feindbild Frau: Wie Frauen mit systematischer Hetze die Stimme genommen wird - und was du dagegen tun kannst.

Wie digitale Gewalt Frauen aus der Öffentlichkeit verdrängt

👋🏻 Neues aus der Musa

Es ist ein… Podcast!!!

Ich starte einen Podcast über die Systeme, die bestimmen, was wir sehen, glauben und denken – soziale Medien, Algorithmen, KI und die Plattformen dahinter.

Künftig spreche ich regelmäßig öffentlich mit Leuten, die diese Systeme kennen: Forscher:innen, Politiker:innen, Medienmacher:innen. Gespräche, die über die Nachrichtenlage hinausgehen.

Die erste Folge ist bereits live: Ich spreche mit der Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig über ihr Buch "Feindbild Frau" und was es für unsere Demokratie bedeutet, wenn Politikerinnnen verstummen. Der Podcast ist öffentlich. Was ich darüber hinaus denke, wohin mich das Gespräch führt und was daraus folgt — das steht nur hier im Newsletter.

Du findest den Podcast auf YouTube, Spotify, Apple Podcast, Overcast und allen weiteren Podcast-Apps — den kompletten Überblick gibt es unter fehrensen.transistor.fm.

Eine Bitte, und ich meine sie ernst: Wenn du auf YouTube bist, abonniere den Kanal und gib dem ersten Video einen Daumen hoch. Ich baue den Kanal von null auf — jede frühe Reaktion zählt überproportional. Wenn du YouTube nicht nutzt, helfen Bewertungen bei Apple oder Spotify genauso. Ich halte mich bei solchen Bitten normalerweise zurück. Heute nicht.

Merci, Martin

P.S.: Sollte diese Mail nicht in voller Länge in deinem Postfach landen, lass es mich bitte wissen. Dann muss ich demnächst kürzere Ausgaben verschicken.


💡 Deep Dive

Feindbild Frau: Wie digitale Gewalt Frauen aus der Öffentlichkeit verdrängt

Vergewaltigungsdrohungen, Kompetenzabsprechen, die Politik der tausend Nadelstiche – Ingrid Brodnig hat für ihr neues Buch „Feindbild Frau“ mit Politikerinnen gesprochen, die unter digitaler Gewalt zusammenbrechen. Das Ergebnis ist ein Befund, der weit über den Einzelfall hinausgeht.

Was ist

Ende März 2026 demonstrierten in Berlin tausende Menschen gegen sexualisierte digitale Gewalt und forderten gesetzlichen Schutz für Betroffene. Fast zeitgleich legte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf vor, der Strafbarkeitslücken bei pornografischen Deepfakes und anderen Formen bildbasierter Gewalt schließen soll – ausgelöst unter anderem durch den öffentlich gewordenen Fall der Moderatorin Collien Fernandes. Die Debatte ist laut. Aber sie ist nicht neu. Was sie jetzt ist: unausweichlich.

Ingrid Brodnig, österreichische Journalistin und seit Jahren eine der schäfsten Beobachterinnen digitaler Öffentlichkeiten, hat für ihr im Februar 2026 erschienenes Buch „Feindbild Frau“ (Brandstätter Verlag) mit Politikerinnen aus Deutschland und Österreich gesprochen – und dokumentiert, was viele von ihnen täglich aushalten müssen. Keine abstrakten Zahlen, sondern konkrete Erfahrungen: Vergewaltigungsdrohungen, die an eigene Traumata erinnern; Galgen-Wünsche; die systematische Demontage von Kompetenz. Und dazu die weniger sichtbare, aber langfristig vielleicht gefährlichere Dynamik: dass Frauen verstummen, bevor die erste Drohung ankam.

In der ersten Folge meines neuen Podcasts habe ich mit Brodnig darüber gesprochen, welche Netzwerke und Geschäftsmodelle hinter diesen Aggressionen stecken. Zudem zeigen wir, wie digitale Selbstverteidigung aussehen kann, warum solidarisches Eingreifen so wichtig ist und wie wir uns den digitalen Raum zurückerobern, ohne dabei auszubrennen.

Zur Person

Ingrid Brodnig ist Journalistin, Kolumnistin beim Wiener Standard und Autorin mehrerer Bücher zu Hass im Netz, Desinformation und digitaler Debattenkultur. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bruno-Kreisky-Sonderpreis für das politische Buch. Was sie für dieses Thema leider besonders qualifiziert: Sie hat „Feindbild Frau“ nicht aus der Distanz geschrieben. Sie war (und ist) selbst betroffen und hat im Gespräch offen erzählt, wie sich das anfühlt

Im Netz ist Ingrid Brodnig vor allem hier zu finden: Website, Instagram und Bluesky.

Zum Podcast

FEHRENSEN: Analysen zur digitalen Öffentlichkeit | Feindbild Frau: Ingrid Brodnig über systematische digitale Gewalt gegen Politikerinnen
Digitale Gewalt ist kein Nebenprodukt sozialer Medien, sondern wird oft systematisch als politisches Instrument eingesetzt. Besonders Frauen in der Öffentlichkeit erleben eine spezifische Form von…

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