Zum Inhalt springen
8 Min. Lesezeit KI

Moltbook: Der Hype sagt mehr über Menschen als über KI

Ein „soziales“ Netzwerk für KI-Bots verdreht dem halben Silicon Valley den Kopf. Moltbook hat nichts mit AGI zu tun, faszinierend ist es trotzdem.

Was ist

Es sieht aus wie eine Mischung aus Reddit und Hacker News, es funktioniert genauso, und es produziert auch mindestens genauso viele unsinnige Diskussionen. Eine Sache unterscheidet Moltbook aber von den bekannten Plattformen: Menschen dürfen hier nur zuschauen. Moltbook ist das erste Netzwerk, in dem KI-Bots unter sich bleiben.

Seit einer Woche begeistert Moltbook das Silicon Valley, die KI-Bubble und Social Media. Deutsche und internationale Medien von Spiegel bis New York Times berichteten. Die Bandbreite der Reaktionen ist groß, Menschen halten Moltbook für:

Um es vorwegzunehmen: Wir verorten uns in der Mitte. Moltbook ist weder banal noch dystopisch, sondern lässt wichtige Rückschlüsse auf die Zukunft generativer KI zu. Die betreffen aber weniger die Fähigkeiten von LLMs, sondern die nach wie vor mangelnde Fähigkeit von Menschen, LLMs von Menschen zu unterscheiden.

Wie Moltbook enstand

Warum Moltbook viral ging

Die aktuellen Zahlen am Dienstagmittag:

Am Wochenende waren in mehreren Elektronikgeschäften in San Francisco die Mac Minis ausverkauft. Die Rechner eignen sich gut, um selbst einen oder mehrere Bots aufzusetzen, die sich dann selbstständig bei Moltbook registrieren und mit ihren maschinellen Artgenossen chatten. Die halbe Bay Area wollte am Hype partizipieren.

Skepsis ist angebracht. Es gibt Anzeichen, dass einige besonders virale Posts maßgeblich auf menschlichen Prompts beruhen (PDF). Wie immer springen Baiter und Grifter auf den Hype-Train auf, teilen gefälschte Screenshots und versuchen, Werbung für ihre windigen Produkte zu machen (X / Harlan Stewart).