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8 Min. Lesezeit KI

Das steckt hinter dem Hype um Claude Code

Zweiter ChatGPT-Moment oder viel Wirbel und wenig Substanz? Hier kommt der erste Teil unseres Explainers.

Was ist

Heute ist der 22. Januar, und anderthalb unserer Vorhersagen für 2026 sind bereits eingetroffen. Im ersten Teil unserer Jahresprognosen sagten wir unter anderem voraus:

  1. OpenAI führt Werbung ein (Check, mehr dazu in unserer News-Übersicht)
  2. Claude Code läutet die Ära der agentischen KI ein

Zugegeben: Die erste Prognose war nicht allzu gewagt. Das Gegenteil wäre eine Überraschung gewesen. Zu Claude Code schrieben wir:

Drei Wochen später ist Claude Code plötzlich überall. Uns sprechen selbst Freundïnnen und Bekannte darauf an, die wenig Berührungspunkte mit generativer KI haben. Eine kleine Auswahl aktueller Artikel:

Was das für dich bedeutet

Unsere Hypothese: Die meisten Menschen, die diesen Newsletter lesen, haben von diesem „zweiten ChatGPT-Moment“ gehört. Aber nur ein kleiner Teil davon hat Claude Code oder vergleichbare Tools selbst ausprobiert.

Schon der Name wirkt abschreckend: Claude CODE? Was soll das, ich programmiere doch gar nicht? Solche Berührungsängste begegnen uns immer wieder, wenn wir mit Kollegïnnen darüber reden.

Eines vorab: Sie sind größtenteils unbegründet. Wir sind beide keine Coder und arbeiten seit Monaten mehr oder weniger produktiv mit Claude Code. (Der Feature-Atlas und das interaktive Quiz aus dem letzten Briefing 2025 sind etwa mithilfe von Claude Code und Gemini entstanden.)

Dieses Briefing soll keine umfassende Anleitung sein. Wir möchten zunächst einen kompakten Überblick geben: Was ist Claude Code, was kann das Tool, warum sollte ich es ausprobieren? In der kommenden Woche legen wir mit einer detaillierteren Anleitung, Tipps zum Set-up und tieferem Einblick in unsere Arbeitsabläufe nach.

Mensch vor KI

Im August stellten wir einige KI-Tools und Prompts vor. Damals nannten wir vier Grundsätze für unseren Umgang mit KI, die nach wie vor aktuell sind. Je mächtiger die Werkzeuge werden, desto wichtiger wird es, sie bewusst einzusetzen:

  1. Erst denken, dann KI fragen.
  2. KI-Output allein ist keine Quelle.
  3. Sensible Daten haben in einem KI-System nichts verloren.
  4. Abgesehen von Übersetzungen übernehmen wir niemals KI-generierten Text – weder beruflich noch privat.

Was Claude Code nicht ist

Claude Code ist weder neu noch einzigartig. Anthropic veröffentlichte die Vorschauversion im Februar 2025, damals nahm außerhalb von Coding-Kreisen kaum jemand Notiz. Das lag auch an den damaligen Modellen. Claude Sonnet 3.7 limitierte die Fähigkeiten deutlich.