Was ist
Am vergangenen Donnerstag verschickten wir den ersten Teil unseres Explainers zu Claude Code (SMWB). Das Briefing beantwortete folgende Fragen:
- Woher kommt der aktuelle Hype?
- Was unterscheidet Claude Code von Claude?
- Wofür eignet sich Claude Code – und wofür nicht?
Heute folgt der zweite Teil. Wir geben Tipps für den Einstieg, teilen unsere Erfahrungen und warnen eindringlich davor, agentische KI mit Agency zu verwechseln.
Die Basics
Wir nutzen Claude Code und Gemini CLI. Für Claude Code benötigst du mindestens das Pro-Abonnement, das 20 Dollar pro Monat kostet. Gemini CLI lässt sich auch ohne Abo nutzen.
Das Set-up ist bei beiden Tools ähnlich. Anthropic und Google geben dafür leicht verständliche Anleitungen. Wir spielen es einmal mit Claude Code durch:
- Der simpelste Weg, um Claude Code zu nutzen, ist die Desktop-App von Claude. Über den Code-Tab kannst du Claude Code nutzen, ohne ein einziges Mal die Kommandozeile (kurz CLI) zu öffnen.
- Die App bietet eine grafische Oberfläche und erleichtert den Einstieg, ist aber limitiert. Manche Funktionen, Automatisierungen und Integrationen gibt es nur mit der CLI-Version.
- Für die CLI-Installation öffnest du das Terminal auf deinem Mac- oder Windows-Rechner. Die exakten Befehle für macOS und Linux oder Windows kopierst du einfach aus der Anleitung von Anthropic.
- Falls Fehlermeldungen auftauchen, machst du einfach einen Screenshot und fragst Claude oder Gemini (also den normalen Chatbot, nicht Code oder CLI). Das klappt erfahrungsgemäß gut.
- Um Claude Code zu öffnen, tippst du im Terminal ‚claude’. Dann startet das Tool im aktuell ausgewählten Verzeichnis.
- Kurzbefehle starten mit einem Slash. ‚/config’ öffnet etwas die Einstellungen, ‚/clear’ löscht den aktuellen Chatverlauf und setzt das Kontextfenster zurück.
- Du musst dir die Befehle nicht merken. Sobald du mit einem Slash beginnst, öffnet sich ein Dropdown-Menü. Sonst kannst du sie dir auch über ‚/help’ anzeigen lassen.
Tipps für den Einstieg
- Ordnerstruktur: Wir raten dir dringend, Claude Code oder Gemini CLI nicht standardmäßig in Ordnern mit wichtigen Dokumenten auszuführen. Wir haben einen Ordner ‚AI’ angelegt, darin die Unterordner ‚Claude Code’ und ‚Gemini CLI’. Darin befinden sich jeweils unterschiedliche Projekte. Wenn wir den LLMs Zugriff auf Dokumente geben möchten, kopieren wir sie in die jeweiligen Ordner. Falls einzelne Tools auf andere Pfade außerhalb des AI-Ordners zugreifen wollen, geben wir das selektiv frei.
- Berechtigungen: Apropos Freigabe, standardmäßig arbeiten die angeblich ach so autonomen Agenten nur auf Zuruf. Ob Ordnerzugriff, Leseberechtigung oder Tool-Nutzung: Du musst fast jeden Schritt einzeln autorisieren. Das ist lästig, aber sinnvoll. Zumindest am Anfang raten wir dringend davon ab, den YOLO-Modus zu aktivieren, der automatisch alle Berechtigungsabfragen überspringt. Dafür sollte man genau wissen, was man tut, und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen.
- Sicherheit: Im Netz schwirren tausende Tools und Plug-ins herum, die mithilfe von Claude Code erstellt wurden. Dabei gilt: Trau, schau, wem! Viele Menschen haben keine Ahnung, was sie da vibecoden. Das nutzen auch Kriminelle aus. In Dokumenten oder Claude-Skills lassen sich unsichtbare Befehle verstecken, die Claude Code dazu bringen, sensible Informationen preiszugeben. Du solltest deshalb nur Dokumente hochladen oder Plug-ins installieren, wenn du der Quelle vertraust.