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5 Min. Lesezeit Politics

Social-Media-Verbot: Und plötzlich gibt es eine politische Mehrheit für ein Mindestalter

Lange Zeit war die SPD skeptisch, jetzt fordert die Bundestagsfraktion strikte Altersgrenzen. Das könnte die politische Debatte verändern.


Was ist

Die SPD drängt auf ein striktes Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Diesen Vorschlag machte die Bundestagsfraktion in einem Positionspapier, das seit Sonntag öffentlich ist (Tagesschau).

Das Konzept sieht unterschiedliche Modelle für drei Altersgruppen vor:

Warum das wichtig ist

Seit Dezember gilt in Australien ein Social-Media-Verbot für Jugendliche bis 16 Jahre. Weltweit wollen Regierungen nachziehen. Rund ein Dutzend Länder erwägt ähnliche Gesetze.

In Deutschland fehlte dafür bislang eine politische Mehrheit. In jeder Partei gibt es Befürworterinnen und Gegner eines Verbots, tendenziell konnte man aber sagen: CDU dafür, SPD und Oppositionsparteien dagegen. Noch im Sommer sprach sich SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf gegen harte Altersgrenzen aus.

Das ändert sich mit dem neuen Konzeptpapier. Zu den Unterstützerïnnen zählt auch Parteichef Lars Klingbeil. Der einstige Digitalpolitiker lehnte ein Verbot selbst lange ab, scheint seine Meinung aber geändert zu haben.

Damit nähert sich die SPD der Position ihres Koalitionspartners an. Zwar nennt CSU-Chef Markus Söder ein Verbot „totalen Quatsch“, die meisten Unionspolitikerïnnen sehen das aber anders. Es könnte also sein, dass sich die Bundesregierung darauf einigt, Social Media für Jugendliche einzuschränken oder zu verbieten.

Was die SPD fordert

Der Vorschlag der SPD ist deutlich differenzierter als das australische Modell und viele vergleichbare Gesetzesentwürfe:

Wo wir zustimmen

Wir halten den Großteil der Ideen für sinnvoll. Seit Jahren argumentieren wir dafür, Plattformen stärker zu regulieren und bestimmte Funktionen erst nach einem Opt-in-Verfahren zugänglich zu machen. Das gilt nicht nur für Minderjährige, sondern auch für Erwachsene.

Uns gefällt der Ansatz, unterschiedliche Versionen je nach Alter vorzuschreiben. Das ermöglicht digitale Teilhabe für Jugendliche und schützt vulnerable Teenager vor den schlimmsten Schattenseiten sozialer Medien. Diese Abstufung ist weniger invasiv als ein pauschales Verbot.

Wo wir skeptisch sind