Was ist
Wenn du es schaffst, dich bei einem Listicle zu verzählen, weißt du, dass du urlaubsreif bist. Unsere „10 Vorhersagen für 2026“, die wir vorgestern verschickten, waren tatsächlich elf – Nummer 7 gab es doppelt. Ist dir nicht aufgefallen? Uns auch nicht.
Dummerweise kommen wir gerade erst aus der Winterpause, Überarbeitung fällt als Entschuldigung aus. Also schieben wir den Anflug von Dyskalkulie auf mangelnde Übung.
Da passt es gut, dass wir unsere Vorschau heute mit dem zweiten Teil fortsetzen. Hier kommen weitere elf (Anm. d. Red.: stimmt!) Prognosen für 2026.
Was war
Zur besseren Übersicht schnell die elf bisherigen Vorhersagen als Einzeiler:
- Ein Gütesiegel für menschliche Inhalte kommt
- Absender werden wichtiger als Inhalte
- Der Widerstand gegen generative KI wächst
- Die KI-Blase platzt nicht
- Gemini überholt ChatGPT
- OpenAI führt Werbung ein
- Claude Code läutet die Ära der agentischen KI ein
- Ein 1000-Euro-Abo für KI kommt
- Es gibt eine große Übernahme in der KI-Branche
- Meta und Microsoft bleiben abgehängt
- Smart Glasses lösen Smartphones (noch) nicht ab
1. Alles wird Video (und austauschbar)
- Allein die vergangenen Tage: Spotify setzt verstärkt auf Videos, Disney+ integriert einen vertikalen Feed, die New York Times stellt 22 Video-Redakteurïnnen ein.
- Worauf wir hinauswollen: Bewegtbild wird zum Standardformat im Netz. Plattformen und Medien versuchen, ihre Inhalte auch in Videoform auszuspielen.
- Wer Geld hat, leistet sich Menschen. Wenn das Budget knapp ist, übernimmt KI.
- Die Videofizierung bedeutet auch, dass große Plattformen sich weiter annähern.
- YouTube hat Shorts, TikTok erhöht alle paar Monate die maximale Länge, Shortform, Longform und Vertical Video gehen fließend ineinander über.
2. Neue Kommunikationskanäle etablieren sich
- Wenn alle öffentlichen Feeds gleich aussehen und organische Inhalte kaum noch Reichweite erzielen, suchen sich Menschen andere Wege.
- Einer besteht aus Direktnachrichten und Messengern. Neben WhatsApp und Telegram gewinnen DMs auf Insta und TikTok an Bedeutung.
- Beide Plattformen werden versuchen, mit neuen Funktionen für DMs jüngere Nutzerïnnen zu binden.
- Gleichzeitig wachsen Reddit und Discord. Reddit etabliert sich in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung als einer der wenigen verbliebenen Orte im Netz, wo echte Menschen posten.
- Der anstehende Börsengang von Discord holt die Plattform aus der vermeintlichen Gaming-Nische. Die Aufmerksamkeit spült auch unschöne Seiten ans Licht, etwa die massiven Probleme mit der nahezu nicht existenten Content-Moderation.
3. Sprechen ersetzt tippen
- OpenAI und Google versuchen, die Interaktion mit Sprachmodellen so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten.
- Das beginnt bei der Texteingabe. Viele Menschen haben noch Hemmungen, mit Maschinen zu sprechen, und tippen lieber.
- Die tiefe Integration von KI-Modellen in Alltagsgegenstände wie Autos, Brillen und Smart-Home-Produkte senkt die Barriere.
- Für spezielle Aufgaben wie Coding bleibt Text das Mittel der Wahl. Banalere Fragen werden mehr Menschen mündlich stellen.
- Das ist bequem, birgt aber eine große Gefahr: Die Vermenschlichung von Maschinen geht weiter.
- KI-Unternehmen verschärfen das Problem, indem sie die „Persönlichkeit“ ihrer Modelle stärken, statt zu verdeutlichen, dass eine Software antwortet.