Was ist
Ende Dezember denkt man sich: Es kann nur besser werden. Anfang Januar wünscht man sich das alte Jahr zurück. Berlin hat keinen Strom, Brandenburg keine Koalition und Venezuela keinen Staatschef mehr. Und damit herzlich willkommen im Jahr 2026!
Zumindest privat hatten wir rundum schöne Feiertage, die wir unter anderem genutzt haben, um mehrere Dutzend Jahresausblicke, Trendreports und Vorhersagen zu lesen. Am Ende des Newsletters findest du eine Auswahl, die wir besonders empfehlen.
In dieser Ausgabe versuchen wir uns an einem eigenen Ausblick. Ein Teil beruht auf den Erkenntnissen des vergangenen Jahres, die wir im letzten Briefing 2025 zusammengefasst hatten. Wir möchten aber nicht nur Trends fortschreiben, sondern sagen auch neue Entwicklungen voraus – die wir Ende Dezember 2026 überprüfen werden.
Hier kommt der erste Teil unserer Vorhersagen für 2026. In dieser Ausgabe beschränken wir uns auf zehn Stück, den Rest gibt es am Donnerstag.
1. Ein Gütesiegel für menschliche Inhalte kommt
- Die Flut an KI-generierten Inhalten ist unaufhaltsam.
- Es gibt keine zuverlässige Methode, um echte und künstlich erzeugte Bilder und Fotos zu unterscheiden.
- Wasserzeichen funktionieren oft nicht plattformübergreifend und lassen sich mit geringem Aufwand entfernen.
- Deshalb führt mindestens eine große Plattform ein Siegel ein, das Bio-Content als authentisch kennzeichnet.
- AI Slop wird das neue Normal, menschliche Inhalte werden die Ausnahme.
2. Absender werden wichtiger als Inhalte
- „Dank“ generativer KI verlieren multimediale Inhalte an Wert. Schließlich kann man mit minimalem Aufwand fast jedes gewünschte (Bewegt-)Bild erzeugen.
- Der aktuelle Retro-Boom hält noch eine Weile an, bis sich herausstellt, dass KI auch verwaschene Farben, überbelichtete Bilder und andere Merkmale vermeintlicher Authentizität nachahmen kann.
- Menschen achten deshalb zunehmend weniger darauf, was gepostet wird, sondern darauf, wer etwas teilt.
- Davon profitieren Medien und Creator, die als glaubwürdig gelten und sich ein treues Publikum aufgebaut haben.
3. Der Widerstand gegen generative KI wächst
- Slop geht als Schimpfwort in den allgemeinen Sprachgebrauch über.
- Mehrere Firmen werben damit, Produkte explizit ohne KI-Funktionen zu entwickeln.
- Gleichzeitig nehmen in den USA Proteste gegen Rechenzentren zu, die das Stromnetz überlasten und die Energiepreise auf lokaler Ebene in die Höhe treiben.
- Linke Demokraten rund um Bernie Sanders setzen auf eine Anti-AI-Agenda. Auch ein Teil der Republikaner lehnt weitere Investitionen in Rechenzentren ab.
- Trotzdem setzt Donald Trump seine radikale KI-Förderung und Deregulierung fort.